11.10.2013

Fukushima - eine weltweite Katastrophe nimmt Form an - und was tun unsere Medien?

Unsere Medien berichten wahrheitsgetreu und ohne staatliche Scheuklappe?...darüber kann man nur noch zynisch lachen!

 

Zwei Sätze für 300 Tonnen radioaktives Wasser

Urs P. Gasche / 08. Aug 2013 - Japans Regierung gab offiziell bekannt, dass bei Fukushima ein gigantisches Verseuchungsproblem besteht. Kaum eine Meldung wert?!
Medien verbreiten wenig relevante Prognosen, Versprechen oder kaum umgeschriebene PR-Verlautbarungen mit viel Platz und grossen Schlagzeilen. Liegen harte Tatsachen vor, werden diese zuweilen stiefmütterlich behandelt.

Das jüngste Beispiel: Japans Regierung hat vorgestern Mittwoch offiziell zugegeben, dass aus den zerstörten Atomanlagen in Fukushima täglich 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Ozean abfliessen. Bereits seit zwei Jahren würde radioaktiv belastetes Wasser unkontrolliert ins Meer fliessen. Noch im Juni hatte die Betreiberfirma Tepco gegenüber eingeladenen Journalisten dies bestritten und behauptet, die Lage sei unter Kontrolle. Darüber haben etliche Medien gross berichtet.

Damit nicht genug: Japans Regierung hat ebenfalls bekannt gegeben, dass derzeit täglich rund 400 Tonnen Grundwasser in die verseuchten Reaktorgebäude fliessen und sich mit den 300 bis 400 Tonnen Wasser vermischen, mit denen die Brennstäbe gekühlt werden.
Diese offiziell bestätigten Tatsachen waren dem Tages-Anzeiger, dem Berner Bund und dem Blick ganze zwei Sätze wert. Das Schweizer Fernsehen erwähnte das unkontrollierte radioaktive Desaster am Mittwoch weder in der Tagesschau noch im 10vor10, noch in der Tagesschau vom Donnerstag. Ausführlicher berichteten am Donnerstag die NZZ und die Aargauer Zeitung. Das «Echo der Zeit» hat ebenfalls sehr gut berichtet.

Die Regierungen der USA und Kanadas nehmen keine Radioaktivitätsmessungen im Ozean vor – jedenfalls geben sie keine Messresultate bekannt.
Deshalb haben der Ozeanograph Ken Buesseler von der non-profit Woods Hole Oceanographic Institution in Woods Hole, Massachusetts, zusammen mit Professor Nicholas Fisher, einem Meeresforscher der State University of New York, sowie anderen engagierte Wissenschaftler private Gelder aufgetrieben, um Messungen durchzuführen. Die letzten Resultate stammen allerdings vom März 2012.